03.11.2026
Neues Schnittstellen-Steuergerät Central Gateway schützt kritische Fahrfunktionen vor Cyberangriffen
- Sicherer Datenverkehr: Das Bosch Central Gateway trennt fahrrelevante Systeme zuverlässig von externen Schnittstellen wie Cloud, WLAN und Bluetooth.
- Globale Standards: Integrierte Sicherheits-Chips unterstützen Motorradhersteller dabei, die Cybersecurity-Vorgaben der UN zu erfüllen.
- Volles Programm für alle Segmente: Auf der EICMA 2026 präsentiert Bosch sein gesamtes Portfolio – von Fahrerassistenzsystemen und digitalen Displays bis hin zu effizienten Antrieben.
Mailand, Italien – Je vernetzter das Motorrad, desto wichtiger die Absicherung gegen digitale Angriffe. Da Bluetooth-, WLAN- und Cloud-Verbindungen auch im Zweiradsegment rasant an Bedeutung gewinnen, präsentiert Bosch auf der EICMA 2026 eine neue, besonders kompakte Generation seines Central Gateways, um die Fahrzeugelektronik noch effektiver zu schützen. „Sicherheit auf dem Motorrad hat für Bosch viele Facetten. Wir machen sie für alle Fahrer und jede Fahrzeugklasse zugänglich – vom Unfallschutz durch Assistenzsysteme bis zur Absicherung vernetzter Fahrzeuge gegen Angriffe von außen“, sagt Geoff Liersch, Leiter von Two-Wheeler & Powersports bei Bosch. Mit der neuen Technologie unterstützt das Unternehmen Fahrzeughersteller gezielt dabei, kommende gesetzliche Anforderungen zu erfüllen: Ab Dezember 2027 müssen nach der UN-Regulierung R155 alle neu entwickelten Zweiräder als Gesamtsysteme gegen Cyberangriffe abgesichert sein, ab Juni 2029 auch alle Neuzulassungen.
Das Central Gateway fungiert als zentrale Schnittstelle und kontrolliert den Datenverkehr von außen. Auf der Messe zeigt Bosch das System in zwei Leistungsklassen: Light und Base. Mit dem Central Gateway Light präsentiert das Unternehmen erstmals eine besonders kompakte 16-Pin-Variante für Fahrzeuge mit geringem Bauraum, die sich mit minimalem Aufwand in bestehende Elektronik-Architekturen integrieren lässt. Für Premium-Modelle ermöglicht das Central Gateway Base mit 39 Pins zusätzliche Flexibilität durch integrierte Funktionen zur Karosseriesteuerung. Darüber hinaus bietet Bosch seinen Kunden ein besonders leistungsstarkes Central Gateway. Das Central Gateway High mit 99 Pins ist für zukünftige Fahrzeuggenerationen mit hochintegrierten Elektronik-Architekturen geeignet. Sicherheits-Chips direkt in den jeweiligen Steuergeräten – wie dem ABS oder der Motorsteuerung – dienen als zusätzliche Schutzebene im Inneren des Fahrzeugs. Die Komponenten sind bereits ab Werk auf Cybersicherheit ausgelegt und vereinfachen für Fahrzeughersteller die Fahrzeug-Typgenehmigung nach den internationalen Standards. Sie stellen sicher, dass selbst im Fall eines externen Zugriffs nur verifizierte Signale im Netzwerk ankommen. Ergänzend bietet Bosch für den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs Sicherheitsdienste wie die Überwachung von Fahrzeugflotten, eine proaktive Angriffs- und Einbruchserkennung sowie eine Schwachstellenverfolgung im laufenden Betrieb an. „Mit unserer Technologie können die Hersteller die neuen globalen Vorgaben erfüllen, während die Fahrer vor Cyberangriffen auf Fahrzeugkomponenten geschützt sind“, erklärt Geoff Liersch.
Bosch zeigt Mobilitätstechnologie von morgenNeben Cybersecurity treibt Bosch auch den Komfort und die Sicherheit auf der Straße weiter voran. Bei den
radarbasierten Assistenzsystemen (Advanced Rider Assistance Systems – ARAS) legt Bosch auf der EICMA den Fokus auf bewährte Technologien: Mit einzigartigen Funktionen sichert Bosch Fahrten in der Gruppe oder im dichten Verkehr ab. Die neue Triumph Tiger 1200 beispielsweise verfügt über Bosch-Radarsensoren an Front und Heck zur Steigerung von Sicherheit und Komfort und ermöglicht so ein umfassendes Spektrum fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme. Dieses integrierte Paket kombiniert Funktionen wie die
adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC), den Group Ride Assist (GRA) und den Riding Distance Assist (RDA), um den Fahrspaß zu steigern und gleichzeitig die Sicherheit und den Komfort während der Fahrt zu erhöhen. Die
Kollisionswarnung (FCW) und die
Totwinkelerkennung (BSD) bieten zusätzliche Unterstützung, indem sie die Wahrnehmung des Fahrers in allen Verkehrssituationen verbessern.
Eine zentrale Rolle spielt auch das Display als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine: Mit dem
TFT Connect System bietet Bosch eine hochauflösende Cluster-Generation an, die individuell konfiguriert werden kann und sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Wichtige Funktionen, aber auch Inhalte wie Navigation oder Musik, können direkt auf dem Bildschirm wiedergegeben werden. Zudem dienen die Displays als digitale Schnittstelle für das nachträgliche Aktivieren von Funktionen (Functions on Demand). Die 7-Zoll-Ausführung des Displays feiert auf der EICMA mit dem Serienstart im neuen Modell der Triumph Tiger 1200 einen wichtigen Meilenstein.
Auch im Bereich der Elektrifizierung zeigt Bosch ein breites Portfolio an Antriebssystemen. Für kleinere Zweiräder können Elektromotor und Inverter in einem integrierten
6 kW-System gebündelt werden, was Fahrzeugherstellern die Integration erleichtert. Kompakte Radnabenmotoren sichern den emissionsfreien Antrieb von E-Scootern. Die Koordination des gesamten elektrischen Antriebsstrangs übernimmt dabei das
Fahrzeugsteuergerät (eVCU). Ein wichtiger Schwerpunkt liegt außerdem auf einer Systemlösung für den
Digital Battery Passport, der ab Februar 2027 gesetzlich verpflichtend wird: Mit dieser Software stellt Bosch Motorradherstellern Lösungen bereit, um die geforderten Batteriedaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg sicher zu verwalten.