07.05.2026
Jahres-Pressegespräch 2026 in Wien
- Umsatz 2025: 1,12 Milliarden Euro
- F&E-Aufwendungen: 200 Millionen Euro, rund 18 Prozent vom Umsatz
- Investitionen: 19 Millionen Euro in Standorte und Zukunftstechnologien
- Zukunftsthemen: Wasserstofftechnologien und softwaredefinierte Mobilität
Wien – Bosch in Österreich hat im Geschäftsjahr 2025 seine Widerstandsfähigkeit in einem anspruchsvollen Marktumfeld unter Beweis gestellt. Die Geschäftsentwicklung wurde jedoch von einem branchenweiten Nachfragerückgang in einem Bereich gebremst. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Trotz einer marktbedingten Abschwächung in einem Mobility-Geschäftsbereich zeigt sich unsere operative Leistungsfähigkeit weiterhin stabil“, erklärte Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich. „Insgesamt ist das Geschäft von Bosch im Land robust und profitabel, getragen von Wachstum in anderen Bereichen. Dies schafft die Grundlage für weitere Investitionen in Zukunftsthemen wie softwaredefinierte Mobilität.“ Die Zahl der Beschäftigten bei Bosch in Österreich lag im Berichtsjahr bei rund 3 300.
Innovationskraft in Technologien von morgen stärken Rund 200 Millionen Euro, entsprechend 18 Prozent des Landesumsatzes, flossen 2025 in Forschung und Entwicklung. Zusätzlich wurden 19 Millionen Euro in Standorte und Zukunftstechnologien in Österreich investiert, etwa in die Methanol-Infrastruktur am Fertigungsstandort Hallein und in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am Linzer Engineering-Center. „Österreich spielt innerhalb der Bosch-Gruppe weiterhin eine bedeutende Rolle als Entwicklungskompetenzzentrum“, betonte Weinwurm. „Dabei prägen wir auch Zukunftstechnologien in den zentralen Bereichen wie Wasserstoff und softwaredefinierte Mobilität.“
So treibt Bosch in Österreich vielfältige Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff voran. Das Spektrum reicht dabei von Elektrolyse-Stacks, die eine Schlüsselrolle bei der Erzeugung dieses Energieträgers spielen, über Industriekessel, die für Wasserstoff ausgelegt sind, bis hin zu Verdichter-Antriebe für Tankstellen und Einspritzsystemen einer neuen Generation für Großmotoren, die alternative Kraftstoffe wie Methanol nutzen. Darüber hinaus setzt das Unternehmen in Österreich innovative Engineering-Projekte im Bereich der Mobilitätstechnik um. Hierzu gehören beispielsweise Soft- und Hardwareentwicklung für alle Antriebsarten und vernetzte Mobilitätslösungen in modernen Fahrzeugen. Ein strategisches Beispiel ist das Chiplet-Projekt zur Beschleunigung der softwaredefinierten Mobilität: Sogenannte Chiplets verteilen Rechenaufgaben auf mehrere kleineren, spezialisierten Chips. Diese modulare Struktur steigert Rechenleistung und Flexibilität erheblich.
Sektoral unterschiedliche Umsatzentwicklung 2025 Der Unternehmensbereich Mobility zeigte 2025 in Österreich eine heterogene Entwicklung. Während sich das herausfordernde Marktumfeld in einem Geschäftsfeld dämpfend auswirkte, zeigten andere Bereiche eine positive Dynamik. Insbesondere die Nachfrage nach modernen Antriebstechnologien, intelligenter Fahrzeugsoftware und im Aftermarket-Geschäft legte zu. Auch Einspritzsysteme für Großmotoren aus dem Halleiner Bosch-Werk fanden sehr starken Absatz, was auf den wachsenden Bedarf an Stromaggregaten für Datenzentren zurückzuführen ist. Der Unternehmensbereich Industrial Technology kehrte 2025 in Österreich auf einen Wachstumskurs zurück und erzielte ein solides Plus. Wesentliche Treiber waren hier die Bereiche Antriebs- und Energietechnik. Der Unternehmensbereich Consumer Goods verzeichnete ein deutliches Umsatzplus. Ausschlaggebend dafür war vor allem die hohe Nachfrage im Geschäftsbereich Power Tools, insbesondere bei Angeboten für professionelle Anwender. Auch die BSH Hausgeräte GmbH behauptete sich erfolgreich in einem herausfordernden Marktumfeld und trug maßgeblich zum positiven Ergebnis bei. Ein deutliches Wachstum erzielte auch der Unternehmensbereich Energy and Building Technology. Der Bereich Home Comfort behauptete sich mit seinen Marken Bosch und Buderus erfolgreich, trotz des Auslaufens der Wärmepumpen-Förderung und einer verhaltenen Baukonjunktur. Das Geschäft mit Industriekesseln aus dem Werk in Bischofshofen erreichte einen neuen Umsatzrekord.
Bosch erwartet volatiles Geschäftsjahr 2026Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bosch in Österreich mit einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Geopolitische Spannungen und unsichere Energiepreise dämpfen die konjunkturelle Entwicklung. „Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem, was uns auszeichnet: unserer ausgeprägten Innovationskraft, einer breiten Aufstellung und dem großen Engagement unserer Mitarbeitenden“, unterstrich Weinwurm. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheiten gibt das Unternehmen keine detaillierte Umsatzprognose ab, strebt jedoch an, seine Marktposition weiter zu festigen.
Bosch-Gruppe: Ausblick 2026 und strategischer KursDie Bosch-Gruppe will im Geschäftsjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen und Handelsbarrieren mit voller Innovationskraft die Wachstumsperspektiven in seinen Weltmärkten nutzen. Die dafür notwendigen Vorleistungen für Zukunftsfelder sollen das hohe Niveau der Vorjahre erreichen. In Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen allein 2025 rund zwölf Milliarden Euro. Für 2026 plant Bosch ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite auf vier bis sechs Prozent. „Als globaler Technologieführer gestalten wir engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz und schaffen damit auch die Voraussetzungen für profitables Wachstum unseres Geschäfts“, sagte
Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Trotz erheblicher Herausforderungen erzielte Bosch im Geschäftsjahr 2025 mit 91,0 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über Vorjahr (2024: 90,3 Milliarden Euro), wechselkursbereinigt ein Plus von 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug zwei Prozent (2024: 3,5 Prozent). Das Ergebnis wurde durch notwendige Struktur- und Personalanpassungen zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit mit 2,7 Milliarden Euro in Form von Rückstellungen erheblich belastet. Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich aus Sicht von Bosch die schwache konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2025 fort. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres wechselkursbereinigt einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreswert erzielen. „Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. 2026 wird ein Jahr des Vorankommens sein“, sagte Hartung. Bei der Innovationskraft zählt Bosch zu den stärksten Industrieunternehmen weltweit und ist mit rund 6 300 Patenten 2025 einer der größten Patentanmelder in Europa. Den Ausbau der Innovationsführerschaft sieht der Bosch-Chef als zentralen Erfolgsfaktor, um das Geschäft und die Strategie 2030 umzusetzen.
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